Zu Beginn unserer Zeitrechnung war die Oststeiermark sehr dünn von keltischen
Stämmen besiedelt. Die Römer beherrschten im Anschluss mehrere Jahrhunderte mit
ihrer Provinz Panonnien die Gegend und brachten die Kultivierung von Wein und
Obst in die Region.
Während der Völkerwanderung wurde durch Raub und Brandschatzung die Region
zeitweise komplett entvölkert.
1128 wurde durch die Errichtung des Safenhofes in der Nähe unseres heutigen Betriebes mit der Rodung und Besiedlung des Gebietes der heutigen Pfarre Kaindorf begonnen. Für die Besiedlung wurden Niederösterreicher und Bayern herangeholt, wie die Namensliste von damals Auskunft gibt. Weiter im Norden und Westen unseres Bezirkes waren bereits Siedler slawischen Ursprungs am Werk.
1180-1190 wurde der Ortsteil Marbach, in dem unser Hof liegt, erstmals urbar gemacht. Den Urkunden und Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass unser heutiger Hof wahrscheinlich die Stelle war, an dem die Urbarmachung von Marbach begonnen wurde.
Von 1410 an war unser Betrieb mit großer Wahrscheinlichkeit
durchgehend bewirtschaftet. Weitgehend lückenlos sind die Familien Sudhamer
(als Amtmann), Lengenbeck, Arttner, Stranzl, Hödl, Schönherr, Köster, Laglbauer
und Prem bis heute aufgezeichnet. Dies ist umso interessanter, da dies in der
Gegend keine Selbstverständlichkeit war. Es gab oft Unterbrechungen bis hin zu
Verödungen durch Einfälle kriegerischer Völker aus dem Osten, durch Todesfälle,
Brand oder sonstiges Unglück.
Die 6 Marbacher Höfe waren durch die Jahrhunderte mehrfach wechselnden
Herrschaften, Guts- und Lehensherren unterstellt.
1448 wird die Bezeichnung Marchpach erstmals urkundlich
erwähnt, 1540 steht erstmals in einer Gültschätzung
(Steuervorschreibung) die Bezeichnung Marpach.
Aus den Steuer- und Zehentvorschreibungen ist ersichtlich, dass die Anzahl
der Kühe je Hof überdurchschnittlich, die Anzahl der Zugtiere jedoch
unterdurchschnittlich war. Das lässt laut Historiker darauf schließen,
dass der Bewirtschaftungsschwerpunkt nicht im Ackerbau lag. Die Bewaldung
hatte noch große Bedeutung.
1542 wurde in der Gültschätzung eine Reihe von lieferpflichtigen Produkten vorgeschrieben, die auf die damalige Bewirtschaftung Rückschlüsse zulassen. So unter anderem Wein, Gersten, Habern, Oepffel, aber auch Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hasen und Geflügel oder rupfenes Tuch und Garn. Robot-Dienste waren ebenfalls angeführt.
Um 1600 gab es ein halbes Jahrhundert eine Reihe kriegerischer Einfälle durch Osmanen, Heiduken, Magyaren und Tartaren. Die wirtschaftliche Entwicklung erlitt einen starken Rückfall.
Die Abkühlung des Klimas im Mitteleuropa im 17. Jahrhundert
ist auch in der Veränderung der Bewirtschaftung nachvollziehbar. In den
Zehentvorschreibungen fand man kaum Wein, aber immer noch Oepffel,
Getreide und tierische Produkte.
Mit der Wiedererwärmung im 18. Jahrhundert ist unsere Region wieder zum Weinland
geworden. Apfelsorten mit Bedarf an längerer Vegetationszeit kommen in den
Aufzeichnungen auch wieder vor.
Durch die Einführung des Grundbuches durch Maria Theresia kann man die Grundeigentümer mit Familiennamen Prem genau nachvollziehen.
Quellen:
Hofchronik von Marbach 26 (A. Fuchs)
Steirisches Landesarchiv
Archive der Herrschaften Herberstein, Stubenberg, Neuberg, Obermayerhofen
